"Schwarz-gelbe Bundesregierung muss endlich zeigen was ihre Versprechungen im Koalitionsvertrag wirklich wert sind"
Anlässlich der ersten Beratung des Antrages des Landes Berlins im Bundesrat, der eine Öffnung der Ehe fordert, erklärt der Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der Berliner SPD, André Rostalski:
"Wir begrüßen die Initiative des Berliner Senats und unterstützen die Forderung nach der Öffnung der Ehe für Homosexuelle. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfG) vom 7. Juli 2009 lässt es sich nicht mehr erklären, warum eine Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Orientierung gerechtfertigt sein sollte. Damals urteilte das BVerfG, dass Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft vergleichbar sind und eine Ungleichbehandlung nicht aus dem besonderen Schutz der Ehe (Art. 6 Abs. 1 GG) abzuleiten ist.
Die Öffnung der Ehe wäre zudem eine Anpassung an die gesellschaftlichen Realitäten von unterschiedlichen Lebensweisen in unserem Land.
Auch im internationalen Vergleich zeigt sich, dass viele Rechtsordnungen mit der Ehe heute nicht mehr die Vorstellung der Zweigeschlechtlichkeit verbinden. So wurde in den Niederlanden, in Belgien, Kanada, Spanien, Südafrika, Norwegen, Schweden und Portugal die Zivilehe für Personen gleichen Geschlechts eingeführt. Auch unsere Gesellschaft kann durch die Öffnung der Ehe, die ein weiterer Ausdruck der Verankerung von Vielfalt und Selbstbestimmung im Gesetz wäre, nur gewinnen.
Bereits im Jahre 2008 hat der Bundesgesetzgeber das traditionelle Eheverständnis selbst durchbrochen und gleichgeschlechtliche Ehen von transsexuellen Personen zugelassen. Nun fehlt noch die gleichgeschlechtliche Ehe für alle.
Wir verfolgen die Beratungen mit Spannung und hoffen auf ein positives Votum des Bundesrates. Dann kann die schwarz-gelbe Bundesregierung endlich zeigen was ihre Versprechungen im Koalitionsvertrag, die Entscheidung des BVerfG zur Gleichstellung von Lebenspartnern mit Ehegatten umzusetzen, wirklich wert sind."
Veröffentlicht am 09.07.2010
Neue Übergriffe in Friedrichshain und Lichtenberg
AG Schwusos Berlin unterstützt Mahnwache
Mahnwache
am Freitag, 2. Juli 2010
um 19:00 Uhr
am Spanienkämpferdenkmal
(Friedensstraße, Volkspark Friedrichshain)
Am vergangenen Samstag, 26. Juni, ist es gegen 23:00 Uhr im Volkspark Friedrichshain zu schwulenfeindlichen Übergriffen gegen mehrere Personen gekommen. Nach Polizeiangaben wurden innerhalb von zehn Minuten unabhängig voneinander mehrere Männer angegriffen, die von den Tätern zuvor gefragt wurden, ob sie schwul seien. Noch bevor die Betroffenen überhaupt antworten konnten, wurden sie von den Tätern geschlagen und getreten. Sie erlitten Verletzungen im Gesicht und am Oberkörper. Nach den Angriffen flüchteten die Täter.
In der Nacht zuvor, am 26. Juni, gegen 02:50 Uhr, wurde eine 25 Jahre alte Trans*Person an der Landsberger Allee in Lichtenberg angegriffen und verletzt. Aus einer Gruppe von mehreren Personen heraus war sie transsexuellenfeindlich beleidigt und angegriffen worden.
In letzter Zeit wurden vermehrt Übergriffe gegen Schwule, Lesben und Trans* in Berlin gemeldet; auch im Friedrichshain gab es in der Vergangenheit wiederholt schwere vorurteilsmotivierte Übergriffe, bei denen schwule und vermeintlich schwule Männer teils erheblich verletzt worden waren.
Wir wollen ein Zeichen setzen. Wir solidarisieren uns mit den Betroffenen. Homophobie und Hassgewalt haben keinen Platz in Berlin!
Einen Artikel zum Verlauf der Mahnwache finden Sie hier.
Veröffentlicht am 29.06.2010

Veröffentlicht am 23.06.2010
Am Wochenende 12./13. Juni 2010 findet das alljährliche lesbisch-schwule Stadtfest am Nollendorfplatz statt. Der Landesverband der AG Schwusos wird wieder traditionell auf der Politik-Meile in der Eisenacher Straße jeweils von 10 bis 22 Uhr mit einem Stand vertreten sein. Für Samstag hat sich Frank-Walter Steinmeier angekündigt. Er wird sich ab 15 Uhr auf dem „wilden Sofa“ auf der Hauptbühne den Fragen von Veranstalter Gerhard Hoffmann stellen. Ab 16 Uhr ist der Besuch beim Schwusos-Stand geplant. Weitere prominente Gäste haben ihr Kommen angekündigt.
Der Höhepunkt der CSD-Saison ist natürlich die Demonstration am Samstag, 19. Juni 2010 ab 13 Uhr. Die AG Schwusos Berlin wird wieder mit einem Truck, der dem diesjährigen Motto „Normal ist anders“ entsprechend gestaltet sein wird, unterwegs sein. In diesem Jahr wird eine andere Route befahren als im Vorjahr (Kurfürstendamm, Nollendorfplatz, Siegessäule, Abschlussveranstaltung mit Klaus Wowereit am Brandenburger Tor). Über eine rege Beteiligung und Unterstützung am Straßenrand freuen sich die Schwusos sehr.
Veröffentlicht am 11.06.2010
Zum internationalen Tag gegen Homophobie erklärt der Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der Berliner SPD (Schwusos) André Rostalski:
"Dass es einen Tag gegen Homophobie geben muss, verdeutlicht vor allem: Wir haben noch keine flächendeckende gesellschaftliche Akzeptanz und Unterstützung für Homosexualität erreicht. Dies zeigen nicht zuletzt Beispiele wie die von Minsk oder Uganda. Das afrikanische Land erwägt sogar die Todesstrafe für Homosexuelle einzuführen.
Nicht nur international, auch bei uns in Deutschland sind Straftaten gegen Homosexuelle auf der Tagesordnung. Auch die erneute Diskussion über homosexuelle Spieler in der Fußball-Bundesliga zeigt deutlich, wie wichtig der Kampf gegen Diskriminierung von Homosexuellen weiterhin ist.
Der heutige internationale Tag will ein Zeichen setzen gegen Homophobie, Hass und Intoleranz und für die Gleichstellung und Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen. Das geht nur mit einem gemeinsamen, entschlossenen Auftreten aller für eine vielfältige Gesellschaft – heute und an allen anderen Tagen."
Rede von Pascal Kaun (stv. Landesvorsitzender AG Schwusos Berlin) beim Kiss-In vor der ugandischen Botschaft Berlin am 17. Mai 2010
Veröffentlicht am 17.05.2010