Die Arbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule (Schwusos) in der SPD Berlin besteht seit über 30 Jahren: Als Ende der 1970er Jahre die ersten deutschen CSDs in Münster, Bremen und Berlin für Aufsehen sorgten, setzten sich einige schwule Sozialdemokraten zusammen, um eine Gruppe innerhalb der Jungsozialisten aus der Taufe zu heben. In Anlehnung an die Jusos gaben sie sich den Namen „Schwusos“. Damit schrieben sie Emanzipationsgeschichte: Die erste Schwulengruppe einer Partei überhaupt war gegründet. Von Berlin aus etablierten sich die Schwusos im Bundesgebiet, die Lesben kamen hinzu, in einigen Regionen auch Transgender.
Im Berliner Vorstand arbeiten heute siebzehn Aktive unterstützt von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sowie verschiedenen Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern aus allen Bezirken zusammen. Darüber hinaus gibt es in einigen Bezirken Schwusos-Gruppen mit regelmäßigen Treffs.
Gruppen vor Ort
Die Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD setzt sich nicht nur auf Landesebene für die lesbisch-schwule Emanzipation ein. In einigen SPD-Kreisen sind zum Teil schon seit vielen Jahren Gruppen engagiert, die mit Sitz und Stimme in den SPD-Vorständen an der Politik in den Bezirken mitwirken. Vor allem aber sind sie Ansprechpartner für Lesben und Schwule, die sich für Politik oder gar eine Gastmitgliedschaft in der SPD interessieren. Die Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD Friedrichshain-Kreuzberg ist derzeit die am längsten aktive Gruppe innerhalb der Berliner Schwusos. Bereits vor der Fusion mit Kreuzberg engagierten sich in erster Linie schwule Genossen in der SPD Friedrichshain. Kein Wunder, dass sie heute noch treibende Kraft hinter dem Parkfest in der Freilichtbühne im Volkspark Friedrichshain sind.
Im Bezirk Pankow hat sich die derzeit stärkste Schwusos-Gruppe entwickelt. Die Impulse für die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD NordOst (Pankow) im Zuge der Fusion der SPD-Altkreise Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee gingen sowohl von homosexuellen als auch heterosexuellen Genossinnen und Genossen aus. Für sie war wichtig, dass die SPD Kontakt zu den lesbisch-schwulen Projekten im Ostberliner Szenebezirk Prenzlauer Berg hält, die Interessen der lesbischen und schwulen Bürgerinnen und Bürger aufgreift und sie vernetzt.
Zu den jüngeren Gründungen von Schwusos-Gruppen gehören die Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD Lichtenberg, die AG Schwusos in Tempelhof-Schöneberg sowie die AG Schwusos Steglitz-Zehlendorf. Darüber hinaus gibt es lose Treffs zum Beispiel der Lesben in der SPD Berlin sowie lesbische Ansprechpartnerinnen und schwule Ansprechpartner in den Bezirken. Interessierte mailen zur Kontaktaufnahme bitte direkt an den Schwusos-Landesvorstand, der dann gezielt an die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Kiezen weiter vermittelt.
E-Mail: info(at)schwusos-berlin.de
Vom Land zum Bund

„Der Arbeitskreis Lesben und Schwule in der SPD setzt sich für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender in der Gesellschaft ein. Innerhalb der SPD arbeitet er für die Akzeptanz zwischen hetero- und homo- und bisexuellen Menschen. Er strebt eine Gesellschaft an, in der Frauen und Männer gleich, frei und solidarisch miteinander leben und in der die rechtlich und die gesellschaftliche Gleichstellung verwirklicht ist.“ Mit diesen Worten beschreiben die Schwusos auf der Bundesebene ihre Ziele.
Die Bundeskonferenz 2004 hat Leitlinien beschlossen, die außer den Zielen und Aufgaben auch die Strukturen des bundesweiten Arbeitskreises Lesben und Schwule in der SPD festlegen. Nach einer Änderung dieser Richtlinien im Frühjahr 2006 und der Wahl des Bundesvorstandes im Februar 2008 setzt sich der Bundesvorstand aus einem Bundesvorsitzenden, sowie bis zu elf stellvertretenden Vorsitzenden zusammen. Im Unterschied zur SPD Berlin, wo die Schwusos anerkannte Arbeitsgemeinschaft mit Sitz und Stimme in den Vorstandsgremien sind, bilden die Lesben und Schwulen in der Bundes-SPD lediglich einen Arbeitskreis. Bundesvorsitzender ist der Hesse Ansgar Dittmar, der Riege der Stellvertreter gehören aus Berlin Kirstin Fussan und André Rostalski an.
Mehr Infos: www.schwusos.de
